Herzlich
willkommen in Streckenwald
!
Zur Gründung des Dorfes Streckenwald im Erzgebirge
Streckenwald wurde urkundlich im Jahre 1437 erstmals genannt. (Laut der von Oberlehrer Rudolf Köhler verfaßten Ortschronik.) Am 5. Januar 1437 verlieh Kaiser Sigismund ( Sigismund von Luxemburg 1410 -1437 ) den Hof von Streckenwald an Adolf Theler mit allem zubehör. Streckenwald dürfte aber mutmaßlich schon um 1230 -1253 zur Zeit König Wenzels, der die Kolonisation des Erzgebirges förderte, enstanden sein. Die ersten Siedler kamen von Sachsen, Thüringen, aber auch aus Schlesien. Leider sind aus dieser Zeit über Streckenwald keine Aufzeichnungen vorhanden. Fünfzig Jahre war Adolf Theler Besitzer des Hofes Streckenwald.
Im Jahre 1487 kam Streckenwald zur Herrschaft Graupen, die groß und mächtig gewesen sein muß, denn in 1506 kamen auch Peterswald, Schönwald und Nollendorf dazu und blieben bis zum Jahre 1579 bei der Herrschaft Graupen. Unter Kaiser Rudolf II. (1576 - 1610) wurde die Herrschaft Graupen aufgelöst. 1580 kaufte Streckenwald der kaiserliche Hofrat Melchior von Breitenbach den Hof. Er blieb aber nur sechs Jahre in seinem Besitz. Eine uralte Egerländische Familie von Steinbach kaufte 1586 den Hof Streckenwald und vereinigte ihn mit seinem Gut in Schöbritz bei Aussig. Nach 42-jähriger Zugehörigkeit zu Schöbritz und nach dem Tode von Steinbach verkaufte die Witwe Steinbachs 1628 Streckenwald an den Hauptmann Alexander Regnier von Blayleben, wahrscheinlich auch Besitzer der Geiersburg bei Mariaschein.
Hauptmann Alexander Regnier von Blayleben stand im Dienste des Kaisers. Er war es, der beim Aufstand des böhmischen Adels, den vom Kurfürsten in Sachsen gefangenen und an den Kaiser ausgelieferten Oberstlandrichter Graf Joachim Andreas von Schlick, Besitzer der Herrschaft Ellbogen, nach Prag brachte, wo er am 21. Juni 1621 als erster auf dem Altstädter Ring in Prag hingerichtet wurde.
Der Dreißigjährige Krieg (1618 -1648) brachte auch für die Bewohner von Streckenwald viele Leiden. Die Schweden zogen durch und plünderten. Aber auch die Sachsen, die wiederholt Raubzüge nach Böhmen unternahmen, waren nicht besser. Die Bevölkerung flüchtete in die damals noch dichten Wälder des Erzgebirges. Als 1648 der Krieg zu Ende war, standen in Streckenwald von einigen dreißig Häusern nur noch fünf.
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1654 hatte es 14 Häuser |
1856 zählte man 57 (nach dem großen Brand) |
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1708 13 |
1868 94 |
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1787 44 |
1887 99 |
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1833 66 |
1901 101 bzw. Haus-Nr. |
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1843 83 |
Es wurde also wieder aufgebaut. Um 1654 wurde auch die Schenke Nr. 31, erbaut, das erste Gasthaus, das oft seinen Besitzer und seinen Namen wechselte. Letzter Besitzer war die Brauerei Aussig, der letzte Pächter hieß Abert Marzin. Die Konzession erlosch mit diesem Pächter. Das war im Jahre 1936. 282 Jahre als Gasthaus, wurde die Alte Schenke nach unserer Austreibung auch dem Erdboden gleich gemacht.
Hauptmann Alexander Regnier von Blayleben verkaufte im Jahre 1655 den Hof Streckenwald an den Grafen von Martinitz. Zweiunddreißig Jahre war von Martinitz Besitzer von Streckenwald. Leider ist über diese Zeit nichts zu berichten.
Oktavian Karl Reichsgraf von Cavriani kaufte 1687 den Hof Streckenwald. Von 1694 -1702 ist der erste Gemeindevorsteher und Richter Hans Kühnel genannt. Ob er ein Vorfahre der Kühnel-Familien war, läßt sich leider nicht feststellen, obzwar um diese Zeit in Streckenwald schon Kühnels ansässig waren. Die Gemeindevorsteher waren vor 1850 auch gleichzeitig Richter in der Gemeinde. Sie mußten Streitigkeiten unter den Einwohnern schlichten und die Erlässe der vorgesetzten Obrigkeit und der staatlichen Behörden den Ortsinsassen zur Kenntnis bringen.
Richter und Gemeindevorsteher von Streckenwald
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Hans Kühnel |
von 1694 - 1702 |
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Georg Rumig |
von 1702 - 1706 |
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Hans Kühnel |
von 1706 - 1732 |
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Christian Rumig |
von 1732 - 1740 |
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Hans Kühnel |
von 1740 - 1748 |
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Christof Rosenkranz |
von 1748 - 1753 |
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Christof Hiepsch |
von 1753 - 1755 |
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Christof Rosenkranz |
von 1755 - 1759 |
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Hans Hermann Kühnel |
von 1759 - 1761 |
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Johann Josef Bayl |
von 1761 - 1765 |
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Johann Josef Rosenkranz |
von 1765 - 1772 |
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Josef Zechel |
von 1772 - 1790 ( Haus Nr. 31 ) |
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Christian Rosenkranz |
von 1790 - 1807 ( Haus Nr. 1 ) |
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Stefan Lehnert |
von 1807 - 1814 ( Haus Nr. 29 ) |
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Johann Kühnel |
von 1814 - 1826 ( Haus Nr. 14 ) |
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Anton Zechel |
von 1826 - 1850 ( Haus Nr. 32 ) |
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Anton Zechel |
von 1850 - 1862 ( Haus Nr. 32 ) |
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Hermann Rumrich |
von 1862 - 1873 ( Haus Nr. 3 ) |
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Anton Zechel jun. |
von 1873 - 1873 ( Haus Nr. 32 ) |
Quelle:
Albin K
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Das Dorf Streckenwald, mit 99 Häusern und 596 Einwohnern, liegt auf dem Kamme des Erzgebirges in einer Höhe von 753 m an der Bezirkstraße, die von Adolfsgrün nach Schönwald führt. Im Jahre 1787 hatte Streckenwald 44 Nummern. Die waldlose, hohe Lage hat ein rauhes, kaltes Klima zur Folge. In Streckenwald gedeiht kein Obst; angebaut werden Kartoffeln, Hafer und etwas Korn. Die Viehzucht ist gering. Die Bewohner sind weit und breit als rührige Handelsleute bekannt. Sie betreiben insbesondere Handel mit Borstenvieh und Wacholdersaft. Kinder und Frauen verfertigen Flechtarbeiten.
Der Ort gehört zur Pfarre Ebersdorf. Das Schulhaus wurde im Jahre 1843 errichtet; die jetzige zweiklassige Schule ist in einem neuen Gebäude (1886) untergebracht. Wir finden Streckenwald in der öfter erwähnten Verkaufsurkunde vom 2. Jänner 1487 unter den Zugehörungen der Herrschaft Graupen. Nach der Zersplitterung dieser Herrschaft (1580) übergab der Kaiser Streckenwald (und Ebersdorf) unentgeltlich an den kaiserlichen Hofrath und Küchenmeister Melchior von Breitenbach. Nach dessen Tode erwarb es der Herr auf Schöbritz.
Quelle: Konrad Moißl, Der politische Bezirk Aussig, herausgegeben vom Aussig-Karbitzer Lehrerverein 1887.
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Streckenwald besaß 5 Gaststätten:
Gasthaus „zum Kronprinz Rudolf"
Gasthaus „zum Deutschen Hof"
Gasthaus „zur Schützenhalle"
Gasthaus „zum Kaiserhof"
Gasthaus „zur Linde"sowie einen Gesangverein, den Veteranen-Verein und die Freiwillige Feuerwehr. In 1908 gab es 108 Häuser und 508 Einwohner in Streckenwald. Die nächste Bahnstation war Tellnitz und die nächste Poststation war Ebersdorf.